FAQs – alle Fragen zum Abgasskandal im VW-Konzern mit Checkliste

 

Ihre Ansprüche im VW-Abgasskandal , was Ihnen zusteht, wie die Fristen sind und was an Kosten auf Sie zukommt sowie die Erfolgsaussichten.
 


Wer kann die Ansprüche geltend machen ?
 


Jeder Käufer eines Dieselfahrzeugs, egal ob finanziert oder Barzahler, aus dem VW Konzern, also egal, ob von VW, Audi, Porsche, Skoda oder SEAT, das über einen Motor mit der Typbezeichnung EA 189 verfügen und daher unter die EU-Abgasnorm EU 5 fallen, kann Ansprüche geltend machen.

 

Folgende Motoren sind von dem sogenannten VW-Abgasskandal betroffen:

 

1,2 Liter Diesel

1,6 Liter Diesel

2,0 Liter Diesel

 

Diese Motoren wurden in folgenden Fahrzeugen verbaut:

 

VW Beetle II

VW Golf VI 1,6 TDI und 2,0 TDI

VW Golf VI Cabrio 1,6 TDI und 2,0 TDI

VW Golf Plus

VW Jetta V und VI

VW Passat 1,6 TDI und 2,0 TDI

VW Polo 1,2 TDI und 1,6 TDI

VW Scirocco II

VW Sharan I und II

VW Tiguan

 

sowie folgende Nutzfahrzeuge:

 

VW Amarok

VW Caddy III und IV

 

Betroffen sind auch folgende Audi-Modelle:

 

Audi A1, Audi A2, Audi A 3, Audi A4, Audi A 5,Audi A 6,  Audi A 7, Audi A 8, Audi Q 3, Audi TT

 

sowie folgende Skoda- Modelle :

 

Skoda Fabia

Skoda Octavia II

Skoda Rapid

Skoda Roomster

Skoda Superb II

Skoda Yeti

 

und auch folgende Seat-Modelle :

 

Seat Alhambra

Seat Altea

Seat Exeo

Seat Leon II

Seat Toledo IV

 

Auch für einige Porsche Modelle bestehen Ansprüche.

 

Fahrzeuge, die der EU-Abgasnorm EU6 unterliegen, sind nicht betroffen.

 

Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihr Fahrzeug betroffen ist, rufen Sie uns an und senden den Kfz-schein per Email oder WhattsApp und wir informieren Sie umgehend.

 

 

Ist mein Anspruch abhängig von der Nachrüstung mit einem Softwareupdate ?

 

Nein, auch wenn Sie noch keine Aufforderung zur Nachrüstung mit einem Softwareupdate erhalten haben, kann Ihr PkW betroffen sein. Auch wenn Sie die Nachrüstung mit einem Softwareupdate bisher umgehen konnten, stehen Ihnen die Ansprüche zu.

Natürlich auch, wenn Sie das Update haben durchführen lassen.

 

Bisher sind die meisten Fahrzeuge zur Rückholaktion aufgerufen worden, uns sind jedoch Fälle bekannt, bei denen dies noch nicht erfolgt ist.

 

 

Muss mein Fahrzeug noch zugelassen sein, um die Ansprüche zu erhalten?

 

 

Nein, auch wenn Sie Ihr Fahrzeug stillgelegt haben oder es generell nur über eine Saisonzulassung verfügt, können Sie die Ansprüche geltend machen. Es kommt nur auf den Kauf des Fahrzeugs und die damit verbundene Vermögensverfügung an.

 

Auch wenn Sie das betroffene Fahrzeug z.B. durch Inzahlungnahme eines anderen Fahrzeugs erworben haben oder durch eine Finanzierung können Sie Schadensersatzansprüche geltend machen.

 

 

 

Sind die Ansprüche nicht bereits verjährt?
 


Nein, in zahlreichen Foren war zu lesen, dass die Ansprüche der Geschädigten im VW-Abgasskandal verjähren, das heißt, nach Ablauf einer Zeit von drei Jahren nach Kauf nicht mehr geltend gemacht werden können und damit kein Schadensersatzanspruch besteht.

Das ist nicht zutreffend.

Die erste Klagewelle der Ansprüche der Geschädigten eines Diesel -PKWs mit dem Motor EA 189 bezog sich auf vertragliche Gewährleistungsansprüche, die nur innerhalb einer bestimmten Frist geltend zu machen sind.

 

Mittlerweile beziehen sich die Ansprüche aber aufgrund der staatsanwaltlichen und strafrechtlichen Feststellungen gegen den VW-Konzern und dessen verantwortliche Mitarbeiter auf einen sogenannten deliktischen Anspruch. Bei diesem beginnt die Verjährung mit dem Jahr zu laufen, in dem Sie Kenntnis von dem Anspruch hätten haben können.

 

Im Gegenteil : Je früher Sie das betroffene Fahrzeug gekauft haben, desto besser, denn wer in Kenntnis des Abgasskandals sein Auto gekauft hat, der ist ggf von dem deliktischen Anspruch ausgeschlossen.

Es können daher noch Ansprüche für betroffene Fahrzeugen mit Kaufverträgen weit vor 2015 geltend gemacht werden. Dabei kommt es darauf an, ab wann konkret von einem deliktischen Anspruch, also einer vorsätzlichen Täuschung durch eine illegale Prüfstandssoftware kenntnis erlangt wurde. Zwar hatte der VW-Chef Winterkorn bereits im September von Unregelmäßigkeiten gesprochen, jedoch wurden konkrete Manipulationen der Fahrzeuge für die Erkennung eines Prüfstandslaufs und damit die vorsätzliche Täuschung über die wahren Abgaswerte des Fahrzeugs erst im Laufe des Jahres 2016 bekannt. Demnach dürften die Ansprüche erst zum Ende des Jahres 2019 verjähren.

 

Wichtig ist, dass die Verjährung nicht durch ein bloßes Anschreiben an VW gehemmt werden kann. Die Hemmung der Verjährung tritt nur unter engen Voraussetzungen und in der Regel nur sicher durch die Erhebung der Klage ein.

 

Bis zu welchem Kaufdatum können Ansprüche geltend gemacht werden ?

 

 

Der Diesel-Abgasskandal wurde durch Pressemitteilung des VW-Konzern vom 22.09.2015 bekannt.

 

Die meisten Gerichte wenden dieses Datum als sog. „Stichtag“ an , d.h. bei Fahrtzeugen, die nach diesem Datum erworben wurden, wird von einer Kenntnis des Käufers von der Manipulation ausgegangen und somit von mangelnder Täuschung.

 

Einige Gerichte befragen die Kläger jedoch nach ihrer Kaufmotivation und konkreter Kenntnis von den Umständen des Abgasskandals.

 

Die Behandlung der Gerichte bei diesem Verfahren ist höchst unterschiedlich. Einige billigen einen Schadensersatzanspruch dennoch zu, weil auch die Fahrzeuge mit Baujahr nach Bekanntwerden des Abgasskandals als besonders umweltschonend und grenzwerttreu beworben wurden.

Konkret wird es darauf ankommen, ob Ihnen als Verbraucher zum Zeitpunkt des Erwerbs des Fahrzeugs der Abgasskandal mit seinen Auswirkungen bekannt war und Sie das Fahrzeug dennoch erworben haben. Genau darauf kommt es an und so wird sich auch die zweite Instanz in diesen Fällen verhalten: Entscheidend ist nicht, wann der Abgasskandal bekannt wurde, sondern welche individuelle Kaufentscheidung den jeweiligen Verbraucher zum Erwerb eines Fahrzeugs mit Dieselmotor von VW bewogen haben.

 

 

Habe ich auch Anspruch auf Schadensersatz, wenn ich mein Fahrzeug bereits wieder verkauft habe ?

 

 

Ein VW ist zwar ein hochwertiges Auto mit einer zu erwartenden ebenso hohen Gesamtkilometerlaufleistung, jedoch sind viele der betroffenen Fahrzeuge zehn Jahre und älter, sodass viele Käufer sich bereits für ein Nachfolgemodell oder weiteres Kfz entschieden haben.

 

Hierzu sind die Haltungen der Zivilgerichte auch unterschiedlich. Das Gros spricht jedoch dennoch einen Anspruch abzüglich der für das Fahrzeug erhaltenen Summe zu, da es auf die Vermögensverfügung zum Zeitpunkt des Kaufes abstellt.

 

Wir benötigen in diesem Fall den Kaufvertrag über den Verkauf und die Kilometerleistung zum Zeitpunkt des Verkaufs, um Ihnen eine Summe zu errechnen.

 


 

Wie viel Schadensersatz steht mir zu?

 

Je nach gefahrenen Kilometern hat der Käufer die Wahl zwischen Rückübereignung und Erstattung des Kaufpreises abzüglich einer sogenannten Nutzungsentschädigung für die durch Sie gefahrenen Kilometer oder Schadensersatz in Geld von c a. 15 – 25 % des Kaufpreises.

Dafür kommt es darauf an, welche Laufleistung ihr Fahrzeug zum Zeitpunkt der Klageerhebung bzw. zur mündlichen Verhandlung aufweist. Es wird von einer Gesamtlaufleistung eines VW Fahrzeugs von ca. 300.000 bis 350.000 Kilometern ausgegangen- unabhängig vom jeweiligen Gericht.

Wenn Sie z.b. mit dem Fahrzeug seit Erwerb 60.000 km gefahren sind, wäre eine Nutzungsentschädigung in Höhe von um die 17-20% vom Kaufpreis abzuziehen. Mit dieser Summe bleibt der Wertverlust Ihres Fahrzeugs gering.

 

Darüber hinaus erhalten Sie den Zinsschaden und die vorgerichtlichen Anwaltskosten.

 

Muss ich mich der Musterfeststellungsklage anschließen?
 

 

Nein, das ist nicht erforderlich, davon wird sogar abgeraten. Alle Gerichte fragen spätestens in der mündlichen Verhandlung, ob sich der Kläger der Musterfeststellungsklage angeschlossen hat.

Bei der anhängigen Musterfeststellungsklage gegen VW klagt die Verbraucherzentrale in Zusammenarbeit mit dem ADAC gegen die Volkswagen AG.

Alle betroffenen Verbraucher und Eigentümer der betroffenen Fahrzeuge können sich dieser Klage anschließen und erhalten bei einem zusprechenden Urteil eine Bindung für ein nachfolgendes Klageverfahren auf Zahlung, einen sogenannten Feststellungsanspruch. Ein Anspruch auf Zahlung erhalten Sie mit dieser Feststellungsklage nicht. Zudem ist die Klage beim Landgericht Braunschweig erhoben, dieses hat in der Vergangenheit tendenziellzu Lasten der Verbraucher entschieden.

Sofern sie sich der Musterfeststellungsklage anschließen, würde bei einem eventuellen Klageverfahren auf Zahlung vor einem der Landgerichte dieses das Ergebnis der Musterfeststellungsklage abwarten. Sie müssten danach noch einmal klagen. Der Vorteil einer Musterfeststellungsklage ist nur, dass die Verjährung gehemmt ist.


 

Sollten Sie sich der Musterfeststellungsklage angeschlossen haben, haben Sie die Möglichkeit, die Klage zurückzunehmen.

 

 

Was ist mit den Kosten der Klage, wenn ich keine Rechtsschutzversicherung habe?
 


Grundsätzlich ist die unterlegene Partei zur Kostentragung verpflichtet. Sollte der Rechtsstreit durch Vereinbarung mit einem sogenannten Vergleich enden, ist auch dort nach dem Anteil von obsiegen und unterliegen die Kostentragungspflicht zu bemessen.


Sollten also die vorgenannten Voraussetzungen für die Erhebung einer Klage vorliegen, sollten Sie auch die bis zur Erledigung des Rechtsstreits aufgelaufenen Kosten nach den allgemeinen Regeln erstattet erhalten.

Sofern Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, ist diese verpflichtet, Ihnen für das Verfahren Rechtsschutz zu gewähren. Die zu leistende Selbstbeteiligung erhalten Sie nach Abschluss des Verfahrens bei obsiegen erstattet

Zusätzlich zu den verauslagten Gerichts- und Rechtsanwaltskosten erhalten Sie die Verzinsung in Höhe von wenigstens 4% des Kaufpreises. Auch das ergibt über die Jahre eine nicht unerhebliche Summe.


 


Was ist, wenn ich meinen VW behalten möchte, habe ich dann auch Anspruch auf Schadensersatz?

 

Die Klage lohnt sich ebenfalls, wenn Sie Ihr Fahrzeug am Ende des Verfahrens nicht zurückgeben, sondern behalten wollen. Dann haben sie einen Anspruch auf eine sogenannte Wertminderung, diese ist allerdings geringer und beträgt in der Regel ca. 15 - 25% des geleisteten Kaufpreises.

Zusätzlich erhalten Sie ein Feststellungsurteil, damit wären Sie abgesichert, sofern das Fahrzeug in der Zukunft aufgrund der eingebauten Korrektursoftware und der noch nicht erforschten Auswirkungen auf Motor und Getriebe Ihres Fahrzeuges Mängel aufweist.

 

Die meisten Verbraucher berichten von einem erhöhten Verbrauch, von Leistungseinbußen in den unteren Gängen und von einem Nachkühlen des Fahrzeugs im Standbetrieb nach längeren Fahrten.

All dies kann bedeuten, dass Ihr Fahrzeug nicht die Laufleistung erbringt, wie es normalerweise für einen VW mit dem leistungsfähigen TDI-Motor zu erwarten wäre. Zudem hat es auch schon an einigen Modellen reparaturbedürftige Schäden gegeben, die sich durch Aufleuchten der Motorkontrollleuchte zeigen.



Wie läuft ein Klageverfahren ab und mit welchem Zeitfenster muss ich rechnen?
 


Sie erhalten auf Ihre Anfrage bei uns einen sofortigen telefonischen oder persönlichen Besprechungstermin. Alternativ können Sie uns die erforderlichen Unterlagen (Kaufvertrag und Kfz-Schein, ggf. Rechtsschutzversicherungsdaten) per Email zusenden und alles Weitere schriftlich abwickeln.

Da es sich in der Regel um Verfahren über standardisierte Bauteile, den Motor und seine Auswirkungen handelt, sehen die Gerichte in der Regel von der Erhebung eines Sachverständigengutachtens ab. Damit dürfte das Verfahren den üblichen Gang nehmen. Je nach Gericht ist von einer Entscheidung innerhalb eines halben Jahres zu rechnen.

 

 

Dieselskandal bei Porsche
 


Für alle Porsche -Modelle mit den Hochleistungsdieselmotor V60 und V90 wurden bisher keine Rückrufaktionen gestartet.

Bei einigen Motor -Modellen besteht aber dennoch die Chance auf Rückabwicklung des Kaufvertrages und Schadensersatz, denn eine Rückrufaktion wird auf jeden Fall seitens VW gestartet werden müssen.

Wir prüfen für Sie , ob ihr Porsche betroffen ist.

 

 

Welche Unterlagen benötige ich für eine Klage ?

 

Sie benötigen nur den Kaufvertrag und eine Kopie Ihres Fahrzeugscheines oder Fahrzeugbriefes sowie ggf. den Nachweis der Kaufpreiszahlung sowie den aktuellen Kilometerstand des Fahrzeuges.

 

Ist dieses finanziert, benötigen wir auch den Finanzierungsvertrag, um den genauen Zinsschaden berechnen zu können.

 

Bitte beachten Sie bei allen Klagen und auch Erfolgsverpsrechen, die im Internet schon beim Übermitteln von Kaufverträgen über eine Internetseite gemacht werden, dass ein Klageverfahren immer nach verfassungsgemäßen Maßstäben abläuft, wonach den Beteiligten des Rechtsstreits rechtliches Gehör gewährt werden muss und auch das Gericht den Sachverhalt im Einzelfall genau zu prüfen und ein eigenes Urteil unabhängig nach den Maßstäben des Gesetzes und höherrangiger Rechtsprechung fällen muss. Wir persönlich halten die Erfolgsaussichten in der Regel für gut, Erfolgsversprechen jedoch für höchst unseriös. Es kommt in jedem Fall auf eine sorgfältige Einzelfallprüfung und ein engagiertes Eintreten für Ihre Interessen an.

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